Jun
8

Schlechtwetterfotografie auf Skellig Michael

Heute möchte ich mal zeigen, wie man auch bei widrigen Wetterbedingungen fotografiert.

Wo ginge das besser als in Irland – Irland hat die widrigen Wetterbedingungen geradezu erfunden. Eines schönen grau-tristen Regentages machten wir uns daher in aller Früh auf, um Skellig Michael einen Besuch abzustatten.

Skellig Michael ist eine Insel 12km vor der irischen Südwest-Küste. Der Hafen ist sehr klein und daher können auch nur sehr kleine Boote anlanden, eine Reservierung in der Saison ist zwingend erforderlich. Da die Boote ab einem gewissen Wellengang nicht mehr an die „Hafen“-Mauer heranfahren können und bei jeder Welle mehrere Stufen rauf- und runter gehoben werden, ist das Anlanden ab einem gewissen Punkt lebensgefährlich und wird daher dankenswerter Weise bei schlechtem Wetter unterlassen. Anzumerken ist nur noch, dass die Iren unter „schlechtem Wetter“ etwas ganz anderes verstehen als wir.

Wir hatten also relativ gutes Wetter, als wir Richtung Hafen fuhren. Lediglich etwas Wind, Wolken  und Regen von der Seite. Michael meinte noch „Das Boot wird ja wohl ne Innenkabine haben“.  Nun ja.

Ins Gepäck gehören zwingend ein guter Fotorucksack mit Regenschutz, Regenschutz für die Kamera und diverse Trockentücher. Ausserdem für den Fotografen mehr oder weniger teure Outdoorklamotten. Michael  und ich haben die Gelegenheit genutzt, Discounter-Tex gegen gutes teures Goretex zu testen. Der Unterschied ist erheblich. Während bei Discounter-Tex (Michaels Jacke und meine Hose) der Regen bzw. die Gischt geradewegs durch den Stoff gehen, muss man bei Qualitätsware schon warten, bis es zum Kragen und allen anderen naturgemäß vorhandenen Öffnungen reinläuft. Auch die teuren Schuhe haben den Regentest gut bestanden und waren nur an der Stelle „undicht“, an der ein Schuh zwangsweise offen zu sein hat, wenn man einen Fuß drin aufbewahren will.

Wir fuhren oder schaukelten so gut eine Stunde im offenen Boot über die recht bewegte irische See und ich war doch recht froh, dass ich nicht in einer Innenkabine saß. Man ist halt draussen in einem halben Schritt an der Reling.

Erste Inselsichtung. Das ist nicht unterbelichtet, das muss so.

Auf der Insel angekommen, richtet man sein Equipment her. Also man flucht, dass das falsche Objektiv drauf ist, bekommt beim Wechsel den ersten Sprühregen auf die Hinterlinse, versucht, diesen mit den mitgebrachten Trockentüchern, die inzwischen Feuchttücher sind, abzuwischen, macht ein Foto, stellt fest, dass Regentropfen auf der Vorderlinse sind, wischt auch hier  mit dem Feuchttuch drüber, macht ein paar „Blur-Filter“-Bilder und wechselt dann doch lieber wieder zur wasserdichten Oly-Knipse.

Dann erinnert man sich an den Regenschutz für die Kamera und pult diesen drauf, während das Wasser vom Kragen in die Kamera läuft. Auch wenn mittlerweile alles so nass ist, dass die Kamera von innen beschlägt sollte man versuchen, den vom Wind davongeblasenen Regenschutz wieder einzufangen. Er war ja mal teuer.

Irgendwie bekommt man dann doch noch ein paar Bilder hin. Viel Zeit hat man nicht, weil das Wetter schlechter werden soll. Auch wenn man das kaum glauben kann.

Auf der Rückfahrt gibt’s dann noch einen halt bei Little Skellig, das die zweitgrößte Basstölpel-Kolonie der Welt beheimatet. Das, was von weitem aussieht wie Schnee, sind zigtausend Basstölpel und deren Hinterlassenschaften. Hier hätte ich zu gerne noch ein paar Bilder mit der „richtigen“ Kamera gemacht, aber die tut nicht mehr und auch bei der wasserdichten Olympus TG4 ist die Linse mittlerweile einfach so nass, dass es ein Glücksspiel ist. Der Eindruck der Inseln ist jedenfalls irgendwas zwischen „Mordor“ und “Die Vögel” von Hitchcock.

 

Alles in allem ein unvergessliches Erlebnis und jederzeit zur Nachhahmung empfohlen.

Jul
3

Slyrs… zum Wohle!

Das Wochenende war wie der Sommer, durchwachsen. Am Sonntag wollten wir am Schliersee etwas radeln und vielleicht baden.

So rechtes Badewetter war aber nicht, also haben wir mal was anderes probiert und uns die Slyrs-Destillierie angeschaut. Ehrlich gesagt wusste ich bis heute nicht, dass in Bayern überhaupt Whiskey gebraut – äh, gebrannt wird. Die Destille am Schliersee ist wohl eine der größten in Deutschland und für 6,- pro Person kann man sie besichtigen und am Schluss auch noch den Whiskey probieren. Kinder sind frei, kriegen aber auch nix 😛

Es ist schon recht interessant, die ganzen Gefäße mal anzuschauen und zumindest halbwegs einen Einblick zu kriegen, was für ein Aufwand dahintersteckt, bis der Whiskey in der Flasche bzw. im Glas landet.

Man kommt auch an den vielen, vielen Fässern vorbei, die so vor sich hin lagern und warten, dass sie sich “Whiskey” nennen dürfen, was frühestens nach drei Jahren der Fall ist.

Am Schluss dann das interessanteste, die Verkostung. Man bekommt den 3 Jahre alten sowie einen Whiskey-Likör, der aber ehrlich gesagt so gar nicht mein Geschmack war… der 3-jährige schon eher 🙂

Macht auf jeden Fall gute Laune und das bade-untaugliche Wetter war recht schnell vergessen 🙂

Da wir schonmal in der Nähe waren, sind wir noch zum Josefstaler Wasserfall weiter geradelt. Wobei wir nichtmal Stative dabei hatten und der Wasserfall sich seit dem letzten Mal auch nicht groß verändert hat. Der Stuhl steht auch noch da…

 

 

Jun
5

Orchideen-Ausflug

Nachdem wir letztes Jahr heillos zu spät dran waren und dieses Jahr gerade zur besten Frauenschuh-Zeit in Urlaub, haben wir schon befürchtet, wieder leer auszugehen. Trotzdem sind wir gestern gleich bei der ersten Möglichkeit nach Rückkehr aus dem Urlaub losgezogen, auch wenn uns unterweg leise Zweifel beschlichen – hinter uns Sonne, vor uns irgendwas Schwarz-graues, aus dem bald was Nasses rauskam.

Aber wir hatten Glück, kurz vor dem Ziel riss es einigermaßen auf und wir konnten trockenen Fusses unsere Frauenschuhe besuchen. Ein paar andere Blümchen (Langblättriges und rotes Waldvögelein, Knabenkraut spec. und eine Teufelskralle) haben wir als Beifang gerne mitgenommen. Die Frauenschuhe waren auch schon recht weit, nächstes Wochenende dürften die nicht mehr allzu fotogen sein.

Eine kleine Krabbenspinne hat uns den Gefallen getan, zwischen den Frauenschuhen rumzuturnen und zwei Zecken fanden Michael zum Anbeissen. Die Spinne hat uns besser gefallen…. scheint ein gutes Zeckenjahr zu sein, also aufpassen!

May
7

Ein Tag im Zeichen des Bärlauches…

Dieses Wochenende war herrliches Wetter, und auch, wenn sich Sonnenschein nicht unbedingt zum Blümchen fotografieren anbietet, wollten wir mal schauen, ob der Bärlauch schon blüht.

Zunächst fuhren wir zu einer Stelle, die ich nur mal im Vorübergehen gesehen hatte und bei der ich dachte, dass der Bärlauch evtl. am Bach wächst. War leider nicht so, wie ich mir das erträumt habe, aber ein paar Fotos sind doch dabei rausgesprungen. Und: Ja, er blüht 😉

Da ich schon ziemlich lang zum Thiersee will, haben wir diesem anschließend einen Besuch abgestattet. Ein wirklich schöner, nicht zu großer, im Moment allerdings noch viel zu kalter See mit karibikverdächtiger Farbe. Es war erstaunlich wenig los – im Hochsommer dürfte sich das schnell ändern.

Am Ufer lag sehr malerisch ein Boot, das wir natürlich entsprechend gewürdigt haben. Leider wollte das Boot nicht da hin, wo es für die Bildgestaltung günstig war, und der Wind hat es immer wieder abgetrieben. Es musste also schnell einer das Boot richten, weghüpfen, und der andere konnte fotografieren. Hier das Ergebnis mit “making of” (und nein, es ist keiner ins Wasser gefallen…)

 

Zwischendrin hab ich dann noch schnell einen Falter auf Flieder mitgenommen:

 

Anschließend war dann endlich mal Kloster Reisach mit dem Kaisergebirge hinten dran fällig. Ich weiß nicht, wie lang ich das Bild schon im Kopf habe – bisher hat es nie gepasst, ich war zu früh, zu spät, Kloster im Schatten, Kaiser in Wolken – optimal war es heute auch nicht, aber rumstehen und warten wollten wir dann doch nicht. Und zumindest war ein Zug so nett, vorbeizufahren (ok, viele Züge…)

Zum  Schluß haben wir dann noch unseren Bärlauchwald vom vorletzten Jahr gesucht (und gefunden) und sind unterwegs noch an dieser netten Kirche vorbeigekommen – die wir letztes mal unerklärlicherweise übersehen haben:

Leider ist der Wald voller herumfliegender Äste, so dass man eigentlich nur einzelne Blüten fotografieren kann. Aber dank vieler Trampelpfade, Baumstümpfe und Traktorspuren kann man gut drin herumlaufen, ohne alles plattzutreten. Und zumindest Michael hatte heute keine Makro-Knie 🙂

Wir haben dort fotografiert, bis unsere Mägen sich gemeldet haben und hatten eigentlich geplant, dann nach Hause zu fahren. Das ganze wurde allerdings eher eine Schleichaktion, waren bei dem schönen Wetter wohl noch mehr Leute Richtung Berge unterwegs. Trotzdem haben wir es irgendwann geschafft und so ist einen Teil des Bärlauches, verfeinert mit Kirschtomaten und Parmesan und dekoriert mit Steak und Pommes, auf unseren Tellern gelandet. Wohl bekomms!

 

Apr
3

Frühlingsspaziergang

Endlich ist es warm und das Wochenende war herrliches Wetter. Wir haben daher unsere üblichen Blumenrouten abgeklappert, dabei auch neue Standorte gefunden. Auch die Kröten sind mittlerweile unterwegs – ein paar sind uns über den Weg gehopst und auf eine wären wir fast draufgetreten.